Wer jetzt bei Lingl einsteigt

Dienstag, 19.03.2024

Von Peter Bauer

Krumbach Für die insolvente Krumbacher Firma Lingl gibt es offensichtlich wieder eine gute Perspektive. Der Krumbacher Investor Hermann Frentzen übernimmt zusammen mit weiteren Mitgliedern der bisherigen Geschäftsführung und den Gebrüdern Welzhofer aus dem Ziemetshauser Ortsteil Schönebach die Krumbacher Traditionsfirma. Dies bestätigte Frentzen auf unsere Anfrage. Am Montag wurden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einer Versammlung umfassend über die Entwicklung informiert. Im Gespräch mit unserer Redaktion schildert Frentzen, warum er für Lingl eine gute Perspektive sieht und wie es jetzt weitergeht.

Die Insolvenz für die Firma Lingl (sie ist unter anderem als Ausrüster von Ziegeleien bekannt) kam im Herbst 2023 durchaus überraschend. Der Auslöser war die Insolvenz der Schwesterfirma Lippert in Pressath (Oberpfalz). Wie Lippert gehört Lingl zur Schug-Gruppe. Diese hatte Lingl bekanntlich nach der Lingl-Insolvenz im Jahr 2021 übernommen. Koordiniert von Insolvenzverwalter Joachim Exner (Nürnberg) läuft seit Monaten die Suche nach einem neuen Investor für Lingl. Anders als bei den früheren Insolvenzen von Lingl 2012/13 und 2020/21 konnte sich die Firma in der aktuellen Insolvenz bemerkenswert stabil behaupten, die Auftragslage blieb beachtlich, die Belegschaft mit rund 220 Mitarbeitern konnte weitgehend gehalten werden. Das waren bei der Suche nach Investoren offensichtlich gute Voraussetzungen.

Hermann Frentzen, der jetzt bei Lingl als Investor einsteigt, berichtet, dass er sich in den letzten Monaten intensiv mit der Firma Lingl beschäftigt habe. Er sei mit Blick auf das Kommende bei Lingl sehr zuversichtlich. Wie er schildert, wird das künftige Konzept für Lingl auf zwei Säulen beruhen. Die Geschäftsaktivitäten würden in der Gesellschaft Lingl SOLEAD GmbH zusammengefasst. Frentzen und seine Familie sind dort Mehrheitsgesellschafter. Die weiteren Gesellschafter sind nach Auskunft von Frentzen Geschäftsführer Joachim Eibel, Karl Liedel (Leiter Vertrieb), Bernd Braun (Leiter Service), Markus Martl (Leiter Technik), Frank Staudenmaier (kaufmännischer Leiter) sowie die Gebrüder Welzhofer aus Schönebach.

In einer zweiten Gesellschaft werden Gebäude und Grund von Lingl zusammengefasst. Hier seien, so Frentzen, die Gebrüder Welzhofer federführend. Er selbst werde Minderheitsgesellschafter. Die Lingl SOLEAD werde Gebäude/Grund von dieser Gesellschaft anmieten. Frentzen spricht von einer sinnvollen Verzahnung der beiden Bereiche. Bei der Finanzierung des neuen Konzepts für Lingl spiele die Raiffeisenbank Schwaben Mitte eine maßgebliche Rolle. Frentzen lobt in diesem Zusammenhang das hervorragende Zusammenwirken mit Helmut Graf, dem Vorstandsvorsitzenden der Raiffeisenbank Schwaben Mitte. Die Übernahme von Lingl werde zum 1. April stattfinden.

Der 64-jährige Hermann Frentzen wohnt seit 2009 in Krumbach. Der gebürtige Mönchengladbacher war über Jahrzehnte hinweg in verschiedenen wirtschaftlichen Bereichen aktiv. Unter anderem war er Geschäftsführer bei der Firma Erhardt Markisenbau mit Sitz in Burtenbach (in Burtenbach gehörte er auch mehrere Jahre dem Gemeinderat an). Frentzen war auch Gesellschafter bei der Münsterhauser Firma Habemus. Er ist als Investor und Berater tätig und Schöffe beim Landgericht Memmingen.

Im Gespräch mit unserer Redaktion betont Frentzen, wie wichtig die Traditionsfirma Lingl für die Stadt Krumbach ist. Er ist zuversichtlich, dass er die Belegschaft mit dem neuen Konzept gewinnen könne. Die Firma habe in der Branche einen hervorragenden Ruf, darauf könne man jetzt aufbauen. Die Basis für die weitere Entwicklung von Lingl sei solide, es stünden erhebliche Eigenmittel zur Verfügung, es sei „nichts auf Kante genäht“, hebt Frentzen hervor.

Die Entwicklung der Firma Lingl hat Günter Frey, Bevollmächtigter der IG Metall für die Region, über viele Jahre begleitet. Aktuell gehört er wieder dem Gläubigerausschuss an. Auch Frey ist mit Blick auf die aktuelle Entwicklung bei Lingl optimistisch. „Das ist ein gutes Signal“.

Die Anfänge der Firma Lingl gehen zurück ins Jahr 1938. Damals war der Betrieb mit wenigen Mitarbeitern von Hans Lingl in Weilheim/Oberbayern gegründet worden. 1951 siedelte die Firma nach Neu-Ulm um, 1961 wurde in Krumbach ein weiterer Standort eingerichtet. 1988 gehörten der Firma insgesamt rund 820 Mitarbeiter an. 2004 wurde die Verwaltung von Neu-Ulm nach Krumbach verlegt, hier ist die Firma seitdem konzentriert. Im Laufe der Jahre hat Lingl sein Produktportfolio immer wieder erweitert. Die Internetseite des Krumbacher Unternehmens nennt aktuell „Grobkeramik, Sanitär- und Technische Keramik sowie Automatisierung und Robotik“ als Geschäftsfelder. Die Firma ist weltweit ausgerichtet, die Kunden der Firma Lingl sind gewissermaßen quer über den Erdball verteilt.
Lob gibt es von allen Seiten für den Einsatz der Raiffeisenbank Schwaben Mitte bei den jüngsten Verhandlungen.

Foto: Peter Bauer

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